Artikel 40
Rechte der Kinder, die eine Straftat begangen haben
Die Regierungen verpflichten sich, ein Kind niemals wie einen Schwerverbrecher zu behandeln, selbst, wenn es ein schweres Verbrechen begangen hat.
Vor jeder Verurteilung müssen die besonderen Lebensumstände dieses Kindes oder der Jugendlichen berücksichtigt werden.
Hat es die Tat aus Verzweiflung begangen? Aus ohnmächtiger Wut? Aus tiefer Armut heraus, um zu überleben?
Wußte es um die Folgen seiner Tat? Ist es selbst zu Hause mißhandelt worden? Hatte es Angst? Wurde es angestiftet? Wurde es unter Druck gesetzt ?
Bis zu einem Gerichtsurteil gilt jedes Kind als unschuldig. Die Regierungen versprechen, daß ein Kind, wenn es verhaftet wurde, sofort erfährt, wie die Anklage lautet. Das Kind hat ein Recht auf Verteidigung. Die Regierungen garantieren, daß nur ein unabhängiges, unparteiisches Gericht über das Kind urteilen wird. Das Kind hat ein Recht auf Aussageverweigerung. Die Regierungen garantieren, daß ein Kind niemals gezwungen wird, gegen sich selbst auszusagen oder sich schuldig zu bekennen. Es kann auch nicht gezwungen werden, Zeugen zu befragen, die gegen das Kind selbst aussagen. Es kann jedoch Zeugen laden lassen, die zu seiner Entlastung und Verteidigung Aussagen machen. Das Kind hat das Recht auf Urteilsanfechtung. Es hat die Möglichkeit, das Urteil eines Gerichtes überprüfen zu lassen. Das Kind hat das Recht auf einen Übersetzer, wenn es die Sprache des Gerichtes (Verhandlungssprache) nicht versteht. Das Kind hat das recht auf würdevolle Behandlung. Die Regierungen verpflichten sich, für Kinder, die straffällig geworden sind, eigene Jugendgerichte und Jugendstrafanstalten zu schaffen. Die Regierungen legen ein Mindestalter fest, ab dem ein Kind vor einem Gericht verurteilt werden kann. Die Regierungen versuchen, ohne Inhaftierungen ohne Haftstrafen oder Heimerziehung für Kinder auszukommen. Kinder, die eine Straftat begangen haben, sollen dahingehend gefördert werden, daß sie ihr zukünftiges Leben ohne Verbrechen meistern können.